Jüdische Gemeinde Alzenau

1933 zählte die Jüdische Gemeinde Alzenau 89 Mitglieder. Sie bestand bereits seit dem 17. Jahrhundert, als dort zwölf jüdische Familien lebten. Im 18. Jahrhundert ging ihre Zahl zurück, 1817 gab es sieben Haushalte. Um 1900 wuchs die Gemeinde dann jedoch wohl aus wirtschaftlichen Gründen auf gut 100 Mitglieder. In der Tabakfabrikation waren jüdische Unternehmer stark vertreten, es gab zwei Möbelfabriken. Noch 1935 beschäftigten die Tabakfabriken mehr als 2 000 Arbeiterinnen und Arbeiter.

Seit 1935 machten sich die NS-Repressionen in der Stadt bemerkbar und veranlassten viele jüdische Bürgerinnen und Bürger zur Flucht ins Ausland (52) oder zum Umzug in größere Städte in Deutschland (24). Zwölf Menschen wurden aus Unterfranken deportiert: Vier direkt aus Alzenau und sechs, nachdem sie noch für einen Monat in einem Sammelquartier in Aschaffenburg untergebracht worden waren. Weitere Bürgerinnen und Bürger aus Alzenau wurden vorwiegend aus Frankfurt a.M., einige aus den Niederlanden und aus Frankreich deportiert.

Die Stadt Alzenau hat zugesagt, sich mit zwei Gepäckstücken am Projekt „DenkOrt Deportationen“ zu beteiligen. Das lokale Gepäckstück erinnert an die deportierten Jüdinnen und Juden des Ortes. Das zweite Gepäckstück steht in Würzburg und bildet zusammen mit denen anderer Kommunen den “DenkOrt” vor dem Hauptbahnhof. Siehe Grundinformationen zum “DenkOrt” und zu den Deportationen.

Angaben zum Standort des DenkOrts in Alzenau folgen zu gegebener Zeit.

Ausführlichere Informationen zur jüdischen Gemeinde Alzenau