Jüdische Gemeinde Burgsinn

Im Jahr 1933 lebten 49 jüdische Bürgerinnen und Bürger in Burgsinn. Der Beginn jüdischer Ansiedlung datiert jedoch wohl auf den Anfang des 18. Jahrhunderts. Bis 1814 wuchs die Gemeinde auf 15 Haushalte mit etwas über 80 Personen an. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte wie anderswo die Abwanderung von Jüdinnen und Juden in die Städte ein. So zählte die Gemeinde 1910 nur noch 43 Mitglieder.

In den ersten Jahren der NS-Herrschaft verließen nur wenige Gemeindemitglieder den Ort. Dies änderte sich zwischen 1937 und 1939, als mehr als die Hälfte der Burgsinner Jüdinnen und Juden unter dem Verfolgungsdruck emigrierte oder fortzog. Fast alle übrigen folgten ihnen nach den brutalen Überfällen im Novemberpogrom. Insgesamt 18 Menschen konnten in die USA (13), nach England (4) und nach Palästina (1) fliehen. 23 Personen zogen in andere deutsche Orte, darunter mindestens fünf nach Frankfurt a.M. Im besten Fall gelang ihnen von dort noch die Emigration. Die letzten drei Jüdinnen und Juden mussten im Januar 1942 von Burgsinn in die Würzburger Sammelunterkünfte umziehen. Vier Personen starben seit 1933 eines natürlichen Todes.

Aus Unterfranken wurden zwei jüdische Bürgerinnen und Bürger Burgsinns deportiert, mindestens sechs weitere aus anderen deutschen Städten. Eine Frau und ein neunjähriger Junge wurden Opfer der Krankenmorde.

Das Koffer-Denkmal in Burgsinn erinnert an die deportierten Jüdinnen und Juden des Ortes. Ein zweiter Koffer aus Burgsinn steht in Würzburg und bildet zusammen mit denen anderer Kommunen den “DenkOrt” vor dem Hauptbahnhof. Siehe Grundinformationen zu den jüdischen Gemeinden und zum “DenkOrt”.

Angaben zum Standort des DenkOrts in Burgsinn folgen in Kürze.

Ausführlichere Informationen zur jüdischen Gemeinde Burgsinn

Jüdische Opfer von Shoa und Krankenmorden, die 1933 in Burgsinn gelebt hatten:

Aron Fleischhacker (1898 – 1944)
Max Fleischhacker (1888 – 1942)
Recha Fleischhacker, geb. Neumann (1886 – 1942)
Meta Hamburger (1889 – 1940)
Richard Hamburger (1931 – 1940)
Adolf Heinemann (1873 – 1941)
Emma Heinemann, geb. Schuster (1879 – 1941)
Heinrich Heinemann (1908 – 1941)
Amalia Stein, geb. Blum (1868 – 1942)
Hulda Stein, geb. Katz (1881 – 1941/1944)