Jüdische Gemeinde Gerolzhofen

1933 gehörten 115 Bürgerinnen und Bürger Gerolzhofens zur jüdischen Gemeinde. Doch schon 1298 sind in der Stadt erstmals Juden bezeugt. In den folgenden Jahrhunderten gab es unter dem Druck der Würzburger Fürstbischöfe keine kontinuierliche Anwesenheit, erst im 17. Jahrhundert entstand eine kleine Gemeinde. Auch zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren es lediglich sieben Haushalte, bevor die Zahl jüdischer Bürgerinnen und Bürger infolge der freien Wohnortwahl seit 1861 deutlich stieg. Nun konnten sich Gemeindeinstitutionen ausbilden.

Scheint die Situation für die jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner nach 1933 zunächst relativ ruhig geblieben zu sein, so stellten die brutalen Verfolgungen im Novemberpogrom eine deutliche Zäsur dar. Bis dahin waren etwa 35 Personen weggezogen, nun folgten viele weitere, von denen ein Teil noch emigrieren konnte.

Die letzten 25 jüdischen Bürger und Bürgerinnen wurden aus Unterfranken deportiert, weitere Gerolzhöfer Jüdinnen und Juden aus anderen Städten und aus den Niederlanden.

Das Koffer-Denkmal in Gerolzhofen erinnert an die deportierten Jüdinnen und Juden der Stadt. Ein zweiter Koffer aus Gerolzhofen steht in Würzburg und bildet zusammen mit denen anderer Kommunen den “DenkOrt” vor dem Hauptbahnhof. Siehe Grundinformationen zum “DenkOrt” und zu den Deportationen.

Standort des DenkOrts in Gerolzhofen: Marktstraße 17

Ausführlichere Informationen zur jüdischen Gemeinde Gerolzhofen