Jüdischer Wohnort Großheubach

1933 lebten 11 jüdische Bürgerinnen und Bürger in Großheubach, die der jüdischen Gemeinde in Kleinheubach angehörten. Spätestens seit Anfang des 19. Jahrhunderts sind jüdische Haushalte in dem Ort bezeugt, 1817 waren es zwei. Ob es je eine eigene Kultusgemeinde gab, bleibt bislang unklar.

Die jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner 1933 gehörten zwei miteinander verwandten Familien an. Die vier Mitglieder der Familie Fried zogen im März des Jahres 1939 nach Frankfurt a.M. Die fünf Kinder der siebenköpfigen Familie Ullmann hielten sich auswärts auf, gingen zur Schule oder arbeiteten. Die jüngeren wohnten 1939 im Israelitischen Waisenhaus in Esslingen, die beiden älteren in Frankfurt a.M. Sie kamen von dort zur Zwangsarbeit nach Berlin, wurden deportiert – und überlebten. Die jüngeren Drei wurden hingegen am 25.04.1942 mit den Eltern von Großheubach über Würzburg nach Krasniczyn im besetzten Polen deportiert. Niemand von ihnen überlebte, ebenso wenig – mit Ausnahme der wohl vorher verstorbenen Großmutter – die Verwandten der Familie Fried in Frankfurt. Acht Großheubacher Jüdinnen und Juden wurden somit Opfer der Shoa.

An die deportierten Jüdinnen und Juden von Großheubach und Kleinheubach erinnert eine Deckenrolle in Kleinheubach. Eine zweite Deckenrolle liegt in Würzburg und bildet zusammen mit den Gepäckstücken anderer Kommunen den “DenkOrt Deportationen” vor dem Hauptbahnhof. Siehe Grundinformationen zu den jüdischen Gemeinden und zum “DenkOrt”.

Informationen zum Standort der Deckenrolle in Kleinheubach folgen zu gegebener Zeit.

Wenige Informationen zur jüdischen Geschichte von Großheubach finden sich unter Kleinheubach.

 

Shoa-Opfer, die 1933 in Großheubach gelebt hatten:

Arthur Fried (1904 – 1942)
Ilse Fried, geb. Kony/Hony (1912 – 1942/45)
Therese Gertrud Fried (1937 – 1942/45)
Edith Marianne Ullmann (1930 – 1942)
Inge Ullmann (1926 – 1942)
Johannetta Ullmann, geb. Fried (1899 – 1942)
Max Ullmann (1900 – 1942)
Theodor Ullmann (1933 – 1942)