Jüdische Gemeinde Höchheim

26 Mitglieder zählte die jüdische Gemeinde Höchheim im Jahr 1933. Ihre Wurzeln reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück, bevor es im 18. Jahrhundert vier Kaufleute gab, die sogar bis auf die Leipziger Messe reisten. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts schwankte die Zahl der jüdischen Bewohner Höchheims zwischen 100 und 125 Personen in etwa 20 bis 25 Haushalten. Nach 1871 ging sie kontinuierlich zurück, halbierte sich bis 1910.

Aufgrund von Entrechtung, NS-Repressionen und Wirtschaftsboykotten verließen bis 1938 fünf Personen den Ort mit unbekanntem Ziel, 1938/39 konnten zwei Familien mit acht Personen in die USA emigrieren. 13 jüdische Bürgerinnen und Bürger waren noch übrig, als Ende März 1942 vier alte Menschen nach Würzburg in eines der Sammelquartiere gebracht wurden. Von ihnen starb eine Frau dort, die drei anderen wurden im September nach Theresienstadt deportiert. Die Gruppe der letzten neun Menschen, darunter ein 15-jähriges Mädchen, wurde im April 1942 direkt aus Höchheim über Würzburg nach Krasniczyn im besetzten Ostpolen deportiert. Niemand überlebte.

12 jüdische Bürgerinnen und Bürger, die 1933 in Höchheim gelebt hatten, wurden also insgesamt aus Unterfranken verschleppt. Weitere Opfer der Shoa sind nicht bekannt.

Der Koffer in Höchheim erinnert an die deportierten Jüdinnen und Juden des Ortes. Ein zweiter Koffer steht in Würzburg und bildet zusammen mit denen anderer Kommunen den “DenkOrt Deportationen” vor dem Hauptbahnhof. Siehe Grundinformationen zu den jüdischen Gemeinden und zum “DenkOrt”.

Informationen zum Standort des Koffers in Höchheim folgen zu gegebener Zeit.

Ausführlichere Informationen zur jüdischen Gemeinde Höchheim
Quellen zu den Gemeindeartikeln

Shoa-Opfer, die 1933 in Höchheim gelebt hatten

Amalie/ Mali Friedmann, geb. Neumann (1891 – 1942)
Gunda Friedmann (1927 – 1942)
Gustav Friedmann (1903 – 1942)
Hedwig Friedmann (1889 – 1944)
Heinrich Friedmann (1875 – 1942)
Lothar Guthmann (1898 – 1942)
Rosa Guthmann, geb. Friedmann (1895 – 1942)
Nanny Metzger (1884 – 1942)
Max Rosenthal (1874 – 1942)
Rosa Rosenthal (1877 – 1942)
Ida Wolfromm, geb. Friedmann (1875 – 1943)
Max Wolfromm (1908 – 1942)