Jüdischer Wohnort Zeil am Main, heute ein Stadtteil von Haßfurt

Die Zahl der jüdische Bürgerinnen und Bürger in Zeil am Main zu Beginn der NS-Gewaltherrschaft ist nicht bekannt, sie war jedoch sehr niedrig. 1938/39 gab es drei Personen, von denen 1941 ein Mann in Zeil starb. Jüdische Siedlung bzw. eine jüdische Gemeinde existierte in der strategisch günstig gelegenen Stadt am Main mit Unterbrechungen bereits seit dem 14. Jahrhundert. 1817 zählte man acht jüdische Haushalte. Die Familien lebten alle vom Viehhandel. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts stieg die Zahl auf 11 Familien, bevor die Aus- und Abwanderung die Gemeinde schrumpfen ließ. 1920 wurde sie aufgelöst und ihre letzten Mitglieder an die jüdische Gemeinde in Haßfurt angeschlossen.

Zwei jüdische Bürgerinnen und Bürger, die 1933 in Zeil am Main gelebt hatten, wurden aus Unterfranken deportiert, beide überlebten nicht.

Die Deckenrolle in Haßfurt erinnert auch an die deportierten Jüdinnen und Juden von Zeil. Eine zweite Deckenrolle liegt in Würzburg und bildet zusammen mit denen anderer Kommunen den “DenkOrt Deportationen” vor dem Hauptbahnhof. Siehe Grundinformationen zu den jüdischen Gemeinden und zum “DenkOrt”.

Informationen zum Standort der Deckenrolle in Haßfurt folgen zu gegebener Zeit.

Ausführlichere Informationen zur jüdischen Gemeinde Zeil am Main

 

Shoa-Opfer, die 1933 in Zeil am Main gelebt hatten:

Frieda Goldmann, geb. Silbermann (1881 – 1942)
Alfred Silbermann (1883 – 1944)