DenkOrt Deportationen. Bad Brückenau.

Am 18.11.2025 wurde neben dem bereits aufgestellten Gedenkkoffer eine Infotafel installiert. Zuvor wurde ein Stolperstein für Ernst Putz vor seinem Elternhaus verlegt. Es war dies die achte Verlegung von Stolpersteinen in Bad Brückenau. Bodo Ramelow, Vizepräsident des Deutschen Bundestags, verknüpfte in seinem Grußwort die Würdigung des einstigen Reichstagsabgeordneten mit der Mahnung, Demokratie und Menschenrechte entschlossen zu schützen.

Damit war der Bogen zum Motto des DenkOrt Deportationen geschlagen: Wir wollen uns erinnern. Dass nämlich die Erinnerung mit Sorgfalt gepflegt werden muss, erscheint auch deswegen besonders wichtig, weil wehrhafte Wachsamkeit gegen antisemitische und rassistische Tendenzen in unserer Gesellschaft konsequent einzufordern ist.

Der Bad Brückenauer Koffer soll sich im Übrigen nicht nur auf die sechs Bürgerinnen und Bürger beziehen, die ab Würzburg zwangsverbracht und ermordet worden sind, sondern ebenfalls für die vielen stehen, die nachweislich ab Frankfurt/Main oder von anderen Städten aus deportiert wurden.

Gleichzeitig erinnert das Gepäckstück vor Ort aber auch an all diejenigen Menschen, die ihre Heimat unfreiwillig verlassen mussten (denen sozusagen der Koffer, in aller Öffentlichkeit, vor die Türe gestellt worden ist) und die noch rechtzeitig Zuflucht im Ausland fanden.

Der Bad Brückenauer Koffer, vom Mottener Künstler Dirk Jäckel gestaltet, wurde im September 2021 vor dem Hauptbahnhof Würzburg aufgestellt; sein „Zwilling“ einen Monat später anlässlich einer Stolpersteinverlegung vor dem Alten Rathaus der Stadt platziert. Der Titel des Gepäckstücks ist in zwei davor gesetzte Stolpersteine eingraviert. Damit wird die Ebene aller in der Stadt verlegten Stolpersteine optisch aufgenommen, also die inhaltliche Vernetzung zwischen dem „Koffer“-Denkmal und den Stolpersteinen augenfällig.

Dirk Hönerlage

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