Bauarbeiten am DenkOrt haben begonnen

Ein erster Koffer am Standort des “DenkOrts Deportationen” vor dem Hauptbahnhof, Lehm und Schotter sowie ein Bauzaun künden davon: Mit den Erdarbeiten am Denkmalsstandort wurde begonnen. Aus diesem Anlass fand eine kleine Feier statt, in deren Rahmen Vertreter der Stadt Würzburg und des Vereins DenkOrt Deportationen e.V. der Presse den Fortschritt der Arbeiten vorstellten. Am Bauzaun waren Banner mit dem Modell des DenkOrts befestigt worden.

Oberbürgermeister Christian Schuchardt sprach aus diesem Anlass ebenso wie die Vorsitzende des Trägervereins Benita Stolz, der Schulleiter von Don Bosco Harald Ebert, der Architekt Matthias Braun, der Kulturreferent Achim Könnecke sowie der Leiter des Gartenamts Helge Grob. Das Grußwort des Zentralratspräsidenten Joseph Schuster wurde durch die Leiterin des Johanna-Stahl-Zentrums, Rotraud Ries verlesen. Als besonderer Gast nahm David Hanauer teil, dessen Großeltern von Würzburg nach Riga deportiert und dort ermordet worden waren. Er betonte die besondere Bedeutung der Erinnerungsarbeit auch für die Nachkommen.

Wenige Tage später hatte der Bagger die Erdarbeiten rund um den künftigen Standort des DenkOrts bereits abgeschlossen. Hier werden in den nächsten Wochen und Monaten Fundamente gegossen und die Betonquader aufgestellt, auf denen die Gepäckstücke stehen sollen. Am Rand kommen Sitzbänke und Informationsstelen zu stehen. Im Frühjahr soll der DenkOrt Deportationen mit den ersten fertig gestellten Gepäckstücken eröffnet werden.

Neuer Standort und neuer Name für den DenkOrt

Seit dem Sommer 2018 zeichnete sich ab, dass der DenkOrt Aumühle nicht am vorgesehenen Standort errichtet werden kann. Die historische Rampe zum ehemaligen Ladehof führt über einen Tunnel, in dem die Pleichach fließt. Der ist marode, die Deutsche Bahn wird als Eigner die Pleichach offen legen. Ein neuer, ebenfalls authentischer Standort musste gefunden werden.

Dies ist nun gelungen. Der DenkOrt wird im Randbereich des Bahnhofsvorplatzes, im Übergang zum Ringpark errichtet werden. Der Ort ist von historischer Bedeutung. Denn vom Hauptbahnhof gingen zwei unterfränkische Transporte an einem Termin im Juni 1943 ab. Und er hat den Vorteil der besseren Wahrnehmbarkeit.

Der Verein, der Kreis der unterfränkischen Beteiligten, die Stadt Würzburg und der Architekt Matthias Braun verständigten sich auf diesen Ort und entwickelten neue Pläne. Diese wurden im städtischen Ausschuss für Planung, Umwelt und Mobilität (PUMA) vorgestellt und einstimmig angenommen. Am 4. Juli 2019 sprach sich der Würzburger Stadtrat ebenfalls einstimmig für den neuen Standort und die vorgestellten Pläne aus und beauftragte das Gartenamt mit den nötigen vorbereitenden Arbeiten. Diese Arbeiten werden noch im Herbst 2019 beginnen.

Vorlage für den Stadtratsbeschluss am 04.07.2019, mit Anlagen

Beschluss des Stadtrats am 04.07.2019

Nach intensiven Diskussionen mit allen Beteiligten und Abstimmung mit der Stadt Würzburg folgte kurze Zeit später der Beschluss des Vereins über die Umbenennung des DenkOrts. Sein neuer Name lautet:

DenkOrt Deportationen 1941-1944 – Wir erinnern an die jüdischen NS-Opfer Unterfrankens

Die Webseite zum DenkOrt wurde umgezogen und die Kontaktadresse entsprechend geändert.

Unterstützung aus Wiesentheid und Prichsenstadt

Vorbildlich setzen sich der Verein Alt-Prichsenstadt e.V. sowie eine Bürgerinitiative in Wiesentheid für das DenkOrt-Projekt ein. Sie unterstützen die Errichtung der zentralen Gedenkstätte zur Erinnerung an die jüdischen NS-Opfer aus ganz Unterfranken in Würzburg. So gelang es ihnen zum Beispiel, den Gemeinderat in Wiesentheid umzustimmen. Der hatte zunächst eine finanzielle Beteiligung am DenkOrt abgelehnt.

Am 9. Juli 2019 luden Verein und Initiative zu einer Informationsveranstaltung im Prichsenstadter Stadtteil Laub ein. Auf ihr stellte Benita Stolz als Vorsitzende des Vereins DenkOrt Aumühle e.V. das geplante Denkmal und seinen neuen Standort vor dem Hauptbahnhof vor. Am Ende der Veranstaltung übergab die Bürgerinitiative “Wiesentheid unterstützt den DenkOrt Aumühle Würzburg” symbolisch ein Spendenscheck an die Vereinsvertreter aus Würzburg. Mit großer Freude und Dank nimmt der Verein diese Unterstützung auf.

Im Bild (v. l.): Elke Wagner (AK Stolpersteine Würzburg), Benita Stolz (Vorsitzende des Vereins DenkOrt Aumühle e.V.), Harald Godron (Initiator der Bürgerinitiative aus Wiesentheid), Wolf-Dieter Gutsch (Sprecher des Arbeitskreises “Stolpersteine – Erinnern und Gedenken” im Verein Alt Prichsenstadt e.V.).

Besuch in Bischofsheim bei den Holzbildhauern

Scheckübergabe der AWO an den Verein

Die AWO Unterfranken hat 500 € für den DenkOrt Aumühle gespendet. Am Dienstag, 16.10.2018 war die Scheckübergabe durch Stefan Wolfshörndl und Martin Ulses von der AWO an Benita Stolz, Hannelore Hübner und Karl-Heinz Spiegel von DenkOrt Aumühle e.V. Der Verein bedankt sich herzlich und hofft auf viele Nachahmer.