Die Gepäckstücke aus den unterfränkischen Kommunen

Seit dieser Woche kann man endlich sehen, was das DenkOrt-Denkmal ausmacht: Die Gepäckstücke aus den unterfränkischen Kommunen, in denen es jüdische Gemeinden gab. Die Montage der Koffer, Rucksäcke und Deckenrollen hat begonnen. 34 sind bereits angebracht, die übrigen 14 werden in der nächsten Woche folgen.

 

Der Architekt Matthias Braun hat einen detaillierten Plan erstellt, wo die 47 Gepäckstücke und der Gedichtkoffer auf den 14 Podesten platziert werden sollen. Nach diesem Plan arbeitet die Fa. Rind und befestigt jedes Gepäckstück an seinem Platz. Gut, dass es einen kleinen Kran gibt, mit dem die schweren Stein- und Betonkoffer gehoben und genau am richtigen Platz abgesetzt werden können. Holz- und Metallkoffer, -deckenrollen oder -rucksäcke sind dagegen leicht genug, um sie auch ohne Kran zu bewegen.

 

Bis zur Fertigstellung des DenkOrts und seiner Eröffnung Mitte Juni ist es nun nicht mehr weit. Der endgültige Bodenbelag fehlt noch, die Scheiben für die Info-Tafeln und die Beschilderung der Gepäckstücke. Doch man kann bereits den besonderen Charme des partizipativen Denkmals erkennen: Nicht die künstlerische Qualität der einzelnen Gepäckstücke ist entscheidend, sondern die variantentreiche Mischung von Formen, Materialien und Farben. Künstler*innen, Handwerker*innen und Schüler*innen belegen neben den beteiligten Kommunen, dass und wie sie sich mit dem Thema der NS-Verfolgung in ihren Orten auseinandergesetzt haben. Dies gibt Hoffnung für die Zukunft.

 

Fotos: Header: Johanna-Stahl-Zentrum (JSZ), Rotraud Ries; oben: JSZ, Nathalie Jäger; Mitte und unten: JSZ, Rotraud Ries, 2020